Handball: SG Ruhrtal über die Grenzen

Handball hatte in den Stammvereinen TuS Oeventrop 1896 und TuRa Freienohl 1888/09 schon eine lange Tradition. Bereits in den 1920-er Jahren gab es Mannschaften, die am Spielbetrieb, damals noch auf einem großen Fußballfeld, teilnahmen.

Ziel: Spielstarke Mannschaft

Als ab 1972 Handball nur noch in Sporthallen gespielt wurde, stellten sich Fragen nach der Zukunft. In Oeventrop gab es keine geeignete Halle, wohl aber in Freienohl, wo im Ohl ein großzügiges Sportzentrum gebaut worden war – mit Gastrecht für die Handballer aus Oeventrop. Hinzu kam, dass zu der Zeit und im Vorfeld der kommunalen Neugliederung (1975) die Bildung einer so genannten A-Gemeinde aus den beiden größten und unweit voneinander entfernten Orten im Gespräch war und Zusammenarbeit nicht nur im Sport, sondern auch auf anderen Feldern sinnvoll erschien.

1973 tagten die Abteilungsvorstände des TuS und des TuRa, wo zunächst Grundsätzliches geklärt wurde. Ziel war es, eine spielstarke Mannschaft zusammenzustellen und vor allem die Jugendarbeit gemeinsam zu betreiben und zu fördern. Dabei waren: Herbert Geißler, Lorenz Stirnberg, Otto Kipar, Reimund Kraas (TuRa), Wilfried Bernotat, Heinz Spies, Wilfried Klute und Bernhard Lehmenkühler (TuS).

Auf Anhieb Aufstieg

Gleich in der ersten Saison schaffte die neu formierte Mannschaft den Aufstieg aus der Kreisliga in die Bezirksklasse. 1976 sogar der Aufstieg in die Landesliga. Noch heute spricht man von den „alten Kanonen“ wie Lorenz Stirnberg, Klaus Spindeldreher oder Uli Hachmann. 1974 dann noch ein wichtiges Ereignis: In Oeventrop wurde die neue Ruhrtalhalle ihrer Bestimmung übergeben. Seither tragen die Handballer der SG vornehmlich dort ihre Spiele aus.

Heute zählt die SG Ruhrtal vier Senioren- und elf Jugendmannschaften. Erfolge machen eben attraktiv. Gerade deshalb gilt: „Der Aufstieg der ersten Mannschaft als Aushängeschild ist und bleibt das Ziel“, sagt deren Trainer ­Andreas Brüggemeier. Voraussetzung ist jedoch auch, dass junge Leute an die Spiel­gemeinschaft gebunden werden können, die hier eine sportliche Perspektive sehen und die dann nicht zu anderen Vereinen abwandern. „Wenn die Voraussetzungen stimmen, hat die Truppe eine gute Zukunft“, glaubt auch SG-Vorsitzender Christoph Schmidt. „Die Jugendarbeit der vergangenen Jahre zahlt sich allmählich aus.“

Man lernt sich kennen

Und was ist das Geheimnis des ungewöhnlichen Zusammenhalts? Heute gehen Jungen und Mädchen, um Handball zu spielen, nicht zum TuRa in Freienohl oder zum TuS in Oeventrop – sie gehen zur SG Ruhrtal. „Viele wissen gar nicht, welchem Verein sie angehören“, berichtet Jörg Humpert, seit 1972 Mitglied von TuRa Freienohl. Und: Es gibt auch viele Veranstaltungen und Angebote außerhalb des Sports. Geselligkeit steht oben auf der Tagesordnung, nicht nur für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch für deren Eltern, die sich wie selbstverständlich und ohne Fragen nach dem Woher und dem Wohin in der Spiel­gemeinschaft engagieren. „So lernt man sich kennen“, sagt Christoph Schmidt, „und ­bildet eine Einheit.“

Wohl an die 500 Mitglieder gehören der ungewöhnlichen Spielgemeinschaft insgesamt an. Die SG veranstaltet einmal im Jahr ein Beach-Handballturnier mit hohem Spaßfaktor und auch Zusammenkünfte außerhalb des Sportbetriebs in Oeventrop oder in Freienohl. Weil alle wissen: Es ist überhaupt nicht schlimm, aus Freienohl oder aus Oeventrop zu kommen.


Die gemischte F-Jugendmannschaft der SG Ruhrtal.

 


 

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